Eine xxx.co.de Domain? Von anderen Topleveldomains kennt man das Angebot schon länger, in Deutschland wurde es allerdings erst mit der jüngsten Freigabe der Denic (nun sind auch zweistellige Domains erhältlich) möglich. Aufgefallen ist der Besitzer der co.de Domain durch ein Massenanschreiben im Stile eines Registrars in dem das neue Produkt mit Sunrise-Phase und Landrushphase beinahe wie eine normale Domain beworben wurde.

Das Anschreiben:

Rechtliche Klärung wegen XXX.co.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie wissen gibt es in sehr vielen Ländern der Welt Domains mit einem .co. vor dem Ländercode der Domain (z.B. in Großbritannien .co.uk). In Kürze wird dies auch in Deutschland möglich sein. Derzeit läuft die Vorvergabe von .co.de-Domains an Markeninhaber zur Vermeidung juristischer Probleme (Sunrise-Phase). Nach dieser Phase steht jedem die Domainendung .co.de für die Registrierung von Domains often (Landrush-Phase).

Da Sie mit www.XXX.de eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt betreiben, möchten wir Sie mit diesem Schreiben über diese Sunrise-Phase informieren. Sie sind jetzt berechtigt, die Domain XXX.co.de zu bestellen, um Ihre bestehende Präsenz im Internet noch weiter auszubauen. …

Dabei ist xxx.co.de natürlich keine eigene Domain sondern nur eine Subdomain die vom Besitzer der co.de Domain vergeben werden kann. Offiziell Einrichtung wie Denic usw. haben bei der Vergabe keine Einfluss, entsprechend gibt es auch keine Kontrolle über die Besitzverhältnisse. Das merkwürdige Anschreiben ist mittlerweile in vielen Blogs Gegenstand der Diskussion, ich will hier auch nicht unbedingt die rechtliche Seite beleuchten sondern mehr auf den eventuellen Nutzen eingehen.

Für 99 Euro im Jahr würde man immerhin beim Angebot von co.de eine Subdomain bekommen die zumindest im Subdomain-Teil der Adresse frei wählbar ist.

Rein SEOtechnisch eignet sich das Projekt damit eventuell für den Aufbau einer Satellitenseite. Allerdings gibt es keinen Vorteil einer Subdomain aus der Hauptdomain mehr, bis auf das Keywort (und die anderen Denic-Daten) bekommt man also für die 99 Euro nichts, was man bei einem Low-Cost Webspace nicht auch bekäme. Die Denic-Daten sind deswegen von Interesse weil diese nicht direkt auf den Inhaber schließen lassen sondern natürlich auf den Besitzer von Co.de. Eine direkte Zuordnung des Satelliten zu einem anderen Besitzer wäre somit nicht möglich.

Dazu sind Satelliten derzeit nicht mehr wirklich geeignet um effektiven Linkaufbau zu betreiben. Allan Webb scheibt dazu in einem Newsletter:

Lassen Sie es sich gesagt sein: Das funktioniert nicht mehr! Tatsächlich ist es mittlerweile so, dass insbesondere neue Domains eine lange Zeit brauchen, bevor sie überhaupt ein bescheidenes Ranking haben (niedriger Trust Score). In den meisten Fällen haben solche Links einfach kein Gewicht. Selbst wenn Sie Domains auf unterschiedlichen IP-Adressen benutzen, klappt es aufgrund der TrustRank-Bestandteile des Google-Algorithmus nicht mehr. Zudem könnte es passieren, dass Sie durch solch eine Aktion das Vertrauen von Google in eine Website reduzieren und damit ein bereits erreichtes Ranking sogar negativ beeinflussen.

Alles in allem also recht wenig was man für den Jahresbeitrag bekommen könnte. Ich hätte mit der Domain lieber eine Art Sourceforge in Deutschland aufgebaut, der co.de (Code) eignet sich ja perfekt dafür.


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