Das dürfte alle Webmaster freuen, die derzeit Google Analytics als Statistik-Tool nutzen: Es gibt jetzt die Möglichkeit Analytics konform mit dem deutschen Datenschutzrecht zu betreiben.

Google hat auf die Kritik deutscher Datenschützer reagiert und bietet nun für Webmaster die Möglichkeit IPs nicht mehr im Klartext an Google zu übermitteln. Bislang wurde beim Einsatz von Analytics die IP (gilt als personenbezogen) übermittelt was eigentlich nur mit Zustimmung des Users hätte passieren dürfen. Dies kann nun vom Webmaster geändert werden. Wer nicht mehr möchte, dass die IPs im Klartext verarbeitet werden, kann als neues Parameter in den Analytics-Code folgende Kommando einfügen:

_gat._anonymizeIp();

Daraufhin anonymisiert Google die letzten 8 Bits einer IP. Diese ist dann nicht mehr individuell aussagekräftig sondern gibt nur noch einen groben Überblick über die Herkunft des Benutzers. Den Bestimmungen des deutschen Datenschutzes dürfte damit Genüge getan sein, auch wenn eine abschließende Beurteilung dazu noch aus steht.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Diese Option muss aktiv von jedem Webmaster eingetragen werden. Wer den alten Code ohne diese Option weiter verwendet sendet auch weiterhin die kompletten IPs an Google und läuft damit Gefahr gegen deutsche Datenschutzbestimmungen zu verstoßen. Leider gibt es auch noch keine Möglichkeit die Option per Mausklick im Account zu aktivieren.

Es dürfte in diesem Zusammenhang kein Zufall sein, dass Google diese Option (die sehr provisorisch wirkt) kurz nach dem WLAN-Datenschutz-GAU freigibt. Man hat erkannt, dass die Datenschutzproblematik in Deutschland recht öffentlichkeitswirksam ist und versucht entsprechend darauf zu reagieren (beispielsweise mit dem Interview in der BILD Zeitung). Die neuen Optionen für Analytics (zu denen auch Browser-Plugins gehören mit denen man sich auch als User vor der Analytics Sammelwut schützen kann) sind möglicherweise auch ein Teil der Strategie um vom Image der Datenkrake Google wegzukommen.

Für Webmaster dürfte in Zukunft interessant sein ob sich die Zahlen und Statistiken durch die Option ändern. Es wäre rein theoretisch möglich dass bestimmte Nutzer nicht mehr korrekt getrackt werden können und so Zugriffszahlen verfälscht werden. Allerdings halte ich das für eher unwahrscheinlich – Google würde sich sicher nicht das eigene Statistiktool kaputte machen.


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