Mal wieder: Cookie-Stuffing


Cookiespamming, Cookiespreading, Cookiedropping oder Cookiestuffing – wie man es auch nennt, es scheint in der SEO- und Bloggemeinde einen wunden Punkt zu berühren. Wie sonst ließe sich die Aufregung und die große Zahl der Reaktionen erklären, die aktuell durch ein kleines IFrame bei SeoFM ausgelöst wurde?

Aber der Reihe nach:

Affiliate-Programme nutzen Cookies, um Verkäufe dem vermittelnden Partner zuzuordnen. Geht ein User über die Werbung von Webmaster A auf eine beworbene Seite, wird ein Cookie beim User gesetzt, das nachfolgende Verkäufe in einem bestimmten Zeitraum dem Webmaster A zuordnet. Auch wenn der Verkauf nicht direkt nach dem Klick stattfindet, sondern der User zum Beispiel nach 2 Tage nochmal direkt auf die Verkaufsseite geht. Das ist soweit normal und auch gewollt.

Cookiestuffing greift in diesen Mechanismus ein in dem solche Trackingcookies gesetzt werden, obwohl der User gar nicht auf die Werbung geklickt hat. Dies wird in der Regel durch ein unsichtbares IFrame realisiert in dem die beworbene Seite aufgerufen wird. Ohne das der User es will wird bei ihm ein Cookie hinterlegt, dass Verkäufe dem Cookiespammer zuordnet.

Detaillierte Regelungen dagegen gibt es nur in einigen Fällen. So hat Arcor erst jüngst seine Nutzungsbedingungen angepasst. Nun heißt es dort ausdrücklich:

3. Das Erzeugen von Arcor-Cookies ist ausschließlich dann erlaubt, wenn
ein Arcor-Werbemittel eingesetzt wird, dieses sichtbar ist und der
Erzeugung des Cookies ein bewusstes Anklicken durch einen Nutzer
vorausgeht Untersagt ist für den Partner die unsichtbare Einbindung des
Arcor- Internetshops, um ein Cookie beim Nutzer zu erzeugen. Generell
ist Arcor-Partnern untersagt, iFrames, Pop-ups, Pop-under und Layer
einzusetzen, die ein Arcor-Werbemittel oder den Arcor- Internetshop
laden und ein Arcor-Cookie beim Nutzer ohne dessen Mitwirkung setzen.
Postviewtracking ist untersagt, soweit von Arcor keine ausdrückliche
schriftliche Zustimmung zum Einsatz dieser Methode erteilt worden ist.
Sollte eine schriftliche Zustimmung von Arcor vorliegen, gilt, dass für
die Postviewauslieferung maximal ein Cookie gesetzt werden darf.

Bei SeoFM wurde nun ein einem Artikel so ein IFrame gefunden. Prompt gibt es eie Vielzahl von verschiedenen Blogs, die mehr oder weniger subjektiv diese Meldung aufgreifen und darüber berichten:

Mediadonis selbst erklärte in seinem Blog, das IFrame wäre nur ein Versehen.

I just forgot all about it, and didn´t delete the iFrame

Allerdings gibt es auch auf anderen seiner Seiten entsprechende Iframes.

<iframe src=“http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=238698&site=3212&type=b1&bnb=1″ width=“1″ height=“2″>

Die Diskussion kocht auf jeden Fall gerade sehr hoch, einige Leute scheinen die Chance zu nutzen um alte Rechnungen zu begleichen. Im Abakus-Forum wurden bereits 2 Threads dazu entfernt, die Kommentare auf dem betreffenden Artikel auf Mediadonis sind geschlossen.

Der Grund für all diese Aufregung ist wahrscheinlich simpel: es geht ums Geld. Jeder Verkauf der einem Cookiespammer zugeordnet ist schadet einem anderen Affiliate-Partner. Im besten Fall zahlt der Merchant für einen Verkauf der gar nicht so vermittelt wurde. Dieses Vorgehen greift also direkt an den Geldbörsen der Publisher und Merchants an – und wenn es ums Geld geht werden meistens die Samthandschuhe ausgezogen.

Ich sehe in dem Bereich übrigens die Merchants deutlich in der Verantwortung. Auch die Netzwekre könnten hier mehr reagieren, mit klareren Regeln und Nutzungsbedingungen. Solange Cookiedropping in einer Grauzone bleibt wird es immer auch Mißbrauch geben.

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