WordPress schneller machen (5) – Keep-alive aktivieren


Hinweis zum Start: Die meisten der hier gezeigten Einstellungen und Änderungen bergen kaum ein Risiko eines Datenverlusts, allerdings ist es in jedem Fall sinnvoll, vor Änderungen am Server ein Backup zu ziehen und dieses auch lokal abzuspeichern um im Falle eines Falles immer auf den neusten Stand der Daten zurück greifen zu können.

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Mit Keep-Alive werden die Verbindungen zwischen einem Browser und einer Webseite offen gehalten und müssen daher nicht immer neu aufgebaut werden. Damit entfällt jeweils der immer neuen Verbindungsaufbau und das kann einige zeit bei der Übertragung sparen. Konkret ist Keep-Alive vor allem für Seiten mit https sinnvoll, da auf diese Weise der TLS Handshake nicht immer neu durchgeführt werden muss, sondern die Verbindung offen bleibt bis alle Daten geladen sind.

Webseite bestehen in der Regel nicht nur aus einer Datei, sondern neben dem HTML Dokument müssen noch weitere Ressourcen nachgeladen werden. Das können zum Beispiel Bilder oder auch css Dateien sein. Ohne Keep Alive müsste jeweils eine neue Verbindung aufgebaut werden, wenn der Browser merkt, dass noch weitere Datein nachgeladen werden müssen. Für eine Webseite müssen damit unter Umständen eine ganze Reihe von Verbindungen aufgebaut werden. An der Stelle setzt Keep alive ein und verhindert, dass die Verbindung wieder geschlossen wird. Werden weitere Ressourcen benötigt, können diese über die noch bestehende Verbindung angefordert werden, ein neuer Verbindungsaufbau ist nicht notnwendig.

Um zu prüfen, ob der eigene Server diese Verbindung unterstützt kann man diesen Test nutzen:

Sollte das nicht der Fall sein, kann man diese Form der Verbindung über Plesk oder direkt am Server aktivieren.

So aktiviert man Keep-Alive

Man kann diese Technik entweder für den gesamten Server oder auch nur für eine einzelne Domain aktivieren. Gerade wenn man einen Server mit mehreren Domains nutzt, ist es sinnvoll, die gleich serverweit einzustellen um sich die Arbeit für jede einzelne Domain zu sparen. Leider bietet Plesk nicht die Möglichkeit, dies direkt per Mausklick zu machen, sondern man muss selbst aktiv werden und den Code in die htaccess Datei der jeweiligen Domain kopieren. Mit diesem Code aktiviere man dabei die Keep Alive Verbindungen:

<ifModule mod_headers.c>
Header set Connection keep-alive
</ifModule>

Allerdings kann es sein, dass danach ein Fehler 500 erscheint. Das deutet meistens darauf hin, dass man keine Rechte hat, die über htaccess zu beeinflussen. In dem Fall geht dann nur noch der Weg über die kompletten Einstellungen oder direkt per Anfrage an den Hoster.

Um Keep Alive auf dem gesamten Server und damit für alle Domains zu aktivieren, sollte man in der Apache Config folgende Zeile einfügen:

KeepAlive On

Dann wird für alle Domains auf dem Server diese Form der Verbindung aktiviert. Man sollte danach aber den Apache noch mal neu starten, damit diese Einstellung auch wirklich für alle Domains übernommen wird.

Video: Keep-alive erklärt

Probleme mit der Aktivierung von Keep-Alive

Wie oben bereits angesprochen berichten einige Nutzer davon, dass beispielsweise ein Internal Error 500 kommt, wenn sie versuchen, dieses System zu aktivieren. Das scheint leider teilweise an den Anbietern zu liegen.

Bei podacast machen heißt es beispielsweise zu DomainFactory:

NACHTRAG Dezember 2016: Mein favorisierter Provider DomainFactory untertützt dieses Feature nicht mehr Sehr schlechter Service, zumal sie es ohne erkennbare Ankündigung abgeschaltet haben. In den ganz teuren Tarifen kann der Support es wieder einschalten.
Leider keine Empfehlung mehr

Und auch für Netcup heißt es im Forum (von 2015):

Scheinbar wurde auf dem Host das Keep-Alive Feature deaktiviert, was ich sehr schade finde. Es unterscheidet doch gerade den Qualitätshoster vom 0815 Massenanbieter, dass solch wichtige Einstellungen in Business-Tarifen aktivierbar sind und der Host auch entsprechende Kapazitäten hat. Scheinbar ist der Host aber ohnehin an seiner Grenze, was sich an 1-200ms längeren Ladezeiten zwischen 19-21 Uhr bemerkbar macht. Da lässt sich nichts machen, oder? Auf anderen Webspace-Paketen in ihrem Unternehmen ist Keep-Alive aktiviert und bringt spürbar bessere Ladegeschwindigkeiten.

Konkret sollte man daher beim eigenen Hoster nachfragen, ob Keep-Alive im eigenen Hostngpaket zur Verfügung steht, ob es eventuell andere Pakete mit diesem Service gibt oder ob das gar nicht erst angeboten wird.

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1 Kommentar zu "WordPress schneller machen (5) – Keep-alive aktivieren"

  1. Danke für die ausführlichen Erklärungen. Ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn Keep-Alive im eigenen Hosting-Paket zur Verfügung steht. Gerade für meine https-Seite macht das auch Sinn. Außerdem ist mein WordPress auch immer ein bisschen langsam.

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