Die neue Bildersuche – wieder ein Ärgernis, aber was kann man tun?


Google hat das wieder getan. Das Unternehmen hat (nach der umstrittenen Änderung vor einigen Jahren) die Bildersuche wieder umgebaut. Diesmal werden neben der Vorschau auch die Bilder in deutlich größerer Auflösung angezeigt. Man muss also mittlerweile die Suche nicht mehr verlassen um die Bilder in guter Auflösungen zu sehen zu bekommen.

Das ist ein Problem für alle Webmaster, die mit Bildern arbeiten und die nun deutlich weniger Besucher auf ihre Webseite bekommen, weil die meisten Nutzer bereits in der Google Suche alles sehen, was sie brauchen. Das scheint sogar rechtlich in Ordnung zu sein. Martin Mißfeldt hat die aktuelle rechtliche Situation dazu zusammen gefasst. In der Praxis heißt dies leider, dass der Traffic über die Bildersuche deutlich zusammen gebrochen ist. Wer selbst die Statistiken auswertet, sollte dabei aber beachten, dass sich auch der Refer der Bildersuche geändert hat. Die neue Suche nutzt nicht mehr images.google.de als Refer sondern nur noch Google.de. Der Traffic wird also mit der normalen Suche zusammen gefasst. Die meisten Webmaster berichten aber trotzdem, dass zwar die Zugriff über Google gestiegen sind, der Verlust über images.google.de aber deutlich größer ist.

Ist Google noch ein Partner?

Wie die Situation rechtlich zu bewerten ist, müssen wohl die Gerichte (langwierige) klären. Prinzipiell sitzt Google hier aber wieder am längeren Hebel. Wir haben das Unternehmen gefeiert, weil es im Kampf um das Leistungsschutzrecht den Verlagen die Stirn geboten hat und per reiner Marktmacht das Gesetz faktisch hat ins Leere laufen lassen. Die Verlage hatten die Wahl Google eine kostenlose Lizenz zu geben oder ihre Suchergebnisse wurden gekappt. Das gleiche Prinzip wendet das Unternehmen aber genau so rücksichtlos auch gegen kleine Webmaster an. Was bleibt ist Friss oder Stirb. Entweder arrangiert man sich mit der neuen Suche oder ist gezwungen, die eigenen Bilder aus dem Index zu nehmen. Diese Möglichkeit hat natürlich nach wie vor jeder Webmaster. Aber dann hat man statt wenig Traffic eben auch gar keinen Traffic mehr.

Die neue Bildersuche zeigt aber auch, dass Google Webseite zunehmend nur als Content-Lieferanten und nicht mehr als Partner auf Augenhöhe betrachtet. Webmaster sind zunehmend nur die kleinen Putzerfische, die sich vom Abfall des Hais ernähren dürfen. Wenn der große Fisch aber Hunger hat, kann es durchaus sein, dass er auch nach den Kleinen schnappt. Partnerschaft sieht anders aus. Vor diesem Hintergrund sollte man auch die AMP Offensive von Google deutlich kritisch sehen, denn hier gibt man auch die Kontrolle der Inhalte weitergehend an Google ab.

Was bleibt zu tun?

Viele Webmaster versuchen nun, bei Aufrufen über Google das Anzeigen des Originals zu verhindern (Hotlinking). Das klappt aber nur begrenzt. Pixabay hatte das getestet und dabei fest gestellt, dass die entsprechenden Bilder dann schlechter gerankt werden.

Man kann aber zumindest einen Button bei Google noch etwas anpassen. Pixabay schreibt dazu:

Clicking this button delivers the full resolution image directly for downloading inside your browser. Naturally, we don’t want this and here’s what we do about it: If Google has been identified via trap URL as the origin of an image request, we also check the content of the HTTP referrer. If it contains „.google.com“ and not „.google.com/blank.html“, we redirect Google’s request to the article/post the image is placed in. This approach even works for SSL Google search.

Viel mehr kann man leider nicht machen, es sein denn, man lässt sich auf den langen Weg durch die Instanzen bis hin zum EuGH ein.

 

PS Facebook ist auch nicht viel besser

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