Deutschland ist Google-Land


Deutschland ist unumstrittenes Google-Land: Marktanteile von über 90 Prozent im Suchmaschinenbereich liegen deutlich höher als im internationalen Vergleich (zum Beispiel über 60 Prozent in den USA). Yahoo hat in Deutschland deshalb schon länger das Handtuch geworfen und einige Dienste wie Geocities oder zuletzt das deutsche Yahoo-Verzeichnis eingestellt. Lycos Europe mußte bereits vor einem Jahr aufgeben und nun hat auch AOL angekündigt, sich aus dem Deutschlandgeschäft zurückzuziehen. AOL bediente zwar eher den Markt für Internetzugänge, konnte in den letzten Jahren aber immer weniger mit den Discountern mithalten und als Portalanbieter war man gegen Google ohnehin chancenlos. Die Neuausrichtung im Jahr 2006 (Verkauf des DSL-Geschäfts) hin zu einem Internet-Portal und die Finanzierung über die Vermarktung über den Verkauf von Werbung war so fast zwangsläufig zum Scheitern verurteilt – auch wenn man Google als Partner für die Suche ins Boot geholt hatte.

Wenn es in Deutschland geht, dann nur mit Google zusammen: T-Online, Web.de, GMX oder auch Freenet – sie alle arbeiten mehr oder weniger mit Google zusammen und versuchen gar nicht erst einen Konkurrenz aufzubauen sondern binden einfach die Suche von Google in die eigenen Seiten ein. Auch dies ist ein Grund für die hohe Reichweite von Google Deutschland.

Bing scheint in dem Zusammenhang auch keine Alternative zu sein. Die Hoffnung auf die neue Suchmaschine war groß (btw. erinnert sich noch wer an Wolfram Alpha?), aber der Marktanteil ist eher wieder rückläufig und selbst bei einem Wachstum: Auch mit eine Rate von mehreren tausend Prozent Wachstum pro Jahr würde es Jahre dauern bis man Google eingeholt hätte.

Google hat also Deutschland fest im Griff und man kann bislang nur hoffen, dass es dadurch keine (weiteren) negativen Auswirkungen gibt.

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2 Kommentare zu "Deutschland ist Google-Land"

  1. Ich nutze eigentlich gerne Bing. Mir gefällt irgendwie die Art der „Seite“. Aber es stimmt natürlich, dass Google schon so „im Leben“ drin ist, dass es für jeglichen Konkurrenten einfach sehr schwer ist dagegen anzukommen.

    Man muss aber auch sagen, dass man Google ja nicht via Suchmaschine findet 😉 und demnach kann es nur über Mundpropaganda gehen. Da aber fast niemand über Bing spricht (im „Normalvolk“) kann das auch nichts werden in Sachen „Alternative zu Google“.

    Und WolframAlpha kooperiert ja nun mit Bing ..
    http://www.techcrunch.com/2009/08/21/what-wolfram-alpha-really-did-this-summer-struck-a-deal-with-bing/
    http://www.netgestalter.de/seo/bing-vereint-wolframalpha.html

    Ich finds gut. 🙂

  2. Ich habe es eine Zeit lang versucht mit Bing zu surfen, allerdings habe ich es nach einigen Tagen aufgegeben. Die Qualität lässt stark zu wünschen übrig, da einfach die Schrauben bei den Rankingfaktoren meines Erachtens nach falsch gestellt sind. Schade eigentlich, dass das nicht nur mir geht, schließlich ranken meine Seiten dort weitaus besser, als in Google.

    Grüße

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