Datenschutz bei Chrome II


Das Thema Datenschutz scheint doch nicht so unbeachtet zu sein, wie man manchmal hört. Die Zahl der Anfragen auf BO, die das Thema „Chrome Datenschutz“ beinhalteten, lag gestern im dreistelligen Bereich. Es scheinen sich also doch einige Leute dafür zu interessieren, was Chrome mit Daten macht, bzw. kann man schon lesen, dass man den Browser gerne nutzen würde, Google aber nicht noch mehr Daten in den Rachen werfen mag.

Es scheint als würde das Kriterium Datensicherheit mittlerweile eine Argument sein, dass darüber entscheidet, ob man den Browser nutzt oder nicht. Letztendlich entscheiden ja nicht hohe Downloadzahlen darüber ob das Browser erfolgreich ist sondern die letztendliche Zahl der User die den Browser dann auch nutzt. Und unverzichtbar ist Chrome sicher nicht – wer Bedenken hinsichtlich der Datenübermittlung an Google hat kann auch einen anderen Browser nutzen – auf eventuelle einzigartige Funktionen von Chrome raucht er dabei nicht zu verzichten.

Merkwürdig fand ich die Aussagen zu dem Thema in einem neueren Artikel von Golem.de. Dort fand sich unter anderem folgender Passus:

Auch URLs und Suchanfragen, die in die Adressleiste eingegeben werden, sendet der Browser an Google. Nur so sei es möglich, automatisch gesuchte Begriffe oder URLs vorzuschlagen. Auch aufgerufene, aber nicht vorhandene URLs werden „möglicherweise an Google gesendet, damit wir Ihnen bei der Suche nach der gewünschten URL helfen können“, so Google. Allerdings können diese Funktionen auch deaktiviert werden.

Beim ersten Lesen denkt man, dass die Sende-Option deaktiviert werden könnte. Der Link (auch im Original vorhanden) macht dann aber deutlich, dass es eben nicht darum geht, die Sendeoptionen zu deaktivieren sondern nur die Vorschläge zur eingegebenen URLs. Das Senden der Daten lässt sich wohl nicht verhindern.

Meine Hoffnung in diesem Bereich: Möglicherweise schnappt sich ja mal wer den Browser und entfernt die ganze Sendefunktionen. Da es Open Source ist dürfte dies ja ohne Probleme möglich sein. Imho hätte dann Chrome auch wirkliche Chancen auf dem Markt einzuschlagen. Bisher zumindest steht immer die Datensicherheit als Argument dagegen.

Ein paar (viele) mehr Meinungen zu dem Thema:

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8 Kommentare zu "Datenschutz bei Chrome II"

  1. Sebastian K | September 4, 2008 um 8:29 |

    Chrome ist leider kein Open Source. Das System, aus dem es entwickelt wurde ist Open Source. Hier nachzulesen:

    http://www.standart-tolleranz-maschiene.de/archives/186-Google-Chrome-Es-ist-nicht-alles-Gold-was-glaenzt.html

  2. Sebastian K | September 4, 2008 um 8:35 |

    Leider ist Chrome kein Open Source. Open Source ist nur das Programm, auf dem der Browser entwickelt wurde.

    „Chromium is the open-source project behind Google Chrome.“ steht auf der Entwicklerseite von Google Chromium.

  3. oO stimmt …

    Ich habe mir gerade mal die Nutzungsbedinungen angeschaut:

    … Es ist Ihnen nicht gestattet, den Quellcode der Software oder Teile davon zu kopieren, zu verändern, darauf basierende Werke zu erstellen, ihn zurückzuentwickeln, zurückzuassemblieren oder auf andere Weise zu extrahieren …

    Liest sich wirklich nicht nach Open-Source. Das ist insofern merkwürdig, da eine ganze Reihe Online Magazine usw. den Browser als neuen Open-Source-Browser angekündigt haben. Hat Google uns alle verschaukelt?

    Im Erklär-Comic dazu steht auch groß Open Source drüber – aber das mag sich auch nur wieder auf Chromium beziehen.

  4. Naja ich, hab ihn installiert um ihn mal anzutesten. Aber das war es dann auch schon. Das mein FF ein wenig langsamer ist das weiß ich auch selbst aber das liegt wohl eher an die ganzen Add-ons die installiert sind. 🙂
    Und bei einer 50Mbit-Leitung die ich besitzte, bin ich wieso in der Regel schneller unterwegs als die Webserver ^^.

    Aber auch wenn Chrome um längen besser wäre als FF oder IE würde ich ihn nicht nutzen. Denn Chrome gehört zu google und die haben eindeutig schon genug Daten von mir.

  5. Habe ihn getestet und ja Datenschutz ist ein großes Thema. Gleich am Erscheinungstag haben viele darüber berichtet. Finde ich auch gut, so langsam, wenn auch minimal, steigt das Bewusstsein für die eigenen Daten.

    Hat eigentlich mal jemand geschaut, ob der Browser auch URLs usw. sendet, wenn er im Inkognito Modus ausgeführt wird? Glaube da wird nichts derartiges an Google gesendet, bin mir aber nicht ganz sicher.

  6. Google-Chrome ist sehr schnell, aber es gibt keine addons…. Firefox ist „THE BEST“.

  7. 7 Firefox ist noch „The best“, aber wenn google weiterhion so agresiv für chrome wirbt, siehts wohl schlecht aus. Google ist jetzt in diesem Markt eingestiegen und wird alles dran setzen, ihn zu beherrschen.

  8. Aber ein ist doch wirklich merkwürdig:
    Als Apple den Safari auf den Markt geschmissen hat haben alle (m.E. zu recht) bäh gerufen. Jetzt kommt Google, mit der gleichen besch* Engine, und einem zehntel der Funktionen, und alle Welt schreit hurra, bzw. stürzt sich auf das Datenschutz thema (ist ja auch ganz richtig!) – aber über die bescheidene Engine regt sich keiner Auf?
    Selbst wenn Google keine Daten sammeln würde wäre dieser Browser im jetzigen Zustand eine Kathastrophe, die Hälfte der Webseiten wird damit crappy angezeigt. Auch welche, die einwandfrei validieren!

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