Klickraten in den Suchergebnissen II


Bei Thinkeyetracking.com ist bereits Anfang September eine neue Eyetrackingstudie erschienen, in welcher die Klickverteilung in den Google Serps untersucht wurde. Als Resultat bekam man eine deutlichere Steigerung der Klickraten auf die ersten Suchergebnisse (um die 79 Prozent) im Vergleich zu einer älteren Studie von Thinkeyetracking.com aus dem Jahr 2005.

Als Schluss daraus wurden gezogen:

It’s not clear that Google has gotten any better, but certainly our use of it has become habitualised. Google’s popularity and dedicated following mean that a large majority of users have grown extremely familiar with the search giant and refine searches to display exactly what they need within the top 5 results. We now expect to find our required answer in the top 5 results.

User hätten also den Umgang mit Suchmaschinen gelernt und gehen nun davon aus, dass die Ergebnisse der ersten 5 Treffen absolut ausreichen um sich einen Überblick zu verschaffen.

Ich bin mir in dem Punkt unsicher, ob es wirklich diese Art der Habitualisierung gegeben hat (und das in der relativ kurzen Zeit von 3 Jahren). Immerhin gab es auch schon bei früheren Studien (ein kleiner Überblick) diese Massierung der Klickraten in den ersten 3 Positionen. Bei einer Studie der Cornwell University Mitte/Ende 2006 wurden ebenfalls 79 Prozent Klickraten in den ersten 3 Ergebnissen gefunden, die Asuwertung der Klickdaten der AOL-Ergebnisse liegt mit um die 70 Prozent (je nach Auswertung) imho nicht signifikant weit entfernt.

Ein paar Punkte die für den Unterschied in den Studien verantwortlich sein könnten hatte ich bereits erwähnt,  in einer weiteren Studie der Universität Washington in Zusammenarbeit mit Microsoft habe ich dazu noch einen weiteren interessanten Faktor gefunden: die Art der Suche. Es macht einen Unterschied ob User nach einer spezifischen Webseite oder einem inhaltlichen Fakt suchen. In ersterem Fall ist die Suche in der Regel schnell abgeschlossen, Webseiten finden sich eher leicht. Im Fall der inhaltlichen Suche dagegen müssen Webseiten gezielt untersucht werden, hier ist es durchaus möglich, dass (je nach Suchbegriff) die ersten 10 Suchergebnisse nicht ausreichen. Insbesondere bei Expertenthemen oder Fragen die sich nicht so leicht zu einem Begriff zusammenfassen lassen („Wieviele Deutschen nutzen das Internet nur privat?“) ist eine genauere Recherche über mehrere Seiten durchaus denkbar.

Insofern sind unterschiedliche Resultate bei verschiedenen Studien imho kaum ungewöhnlich, es sein denn man hält wirklich die Vorgehensweise absolut korrekt bzw. kontrolliert die entsprechenden Faktoren.

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