Quo vadis Wikipedia?


Quo vadis Wikipedia? In den letzten Tagen ist die Wikipedia wieder verstärkt in den Mittelpunkt des medialen Interesses geraten. Grund dafür sind einige Löschungen von Artikeln (zum Beispiel der MOGIS Beitrag). Insbesondere die Diskussion über Relevanz und Irrelvanz von Themen, aber auch die internen Regeln über Kontrollmechanismen sind dabei immer wieder ein Streitpunkt.

Als Überblick – die Diskussion als Links:

(via lallus)

Wer sich erinnern mag: Vor ein oder zwei Jahren waren es eher die Spammer, denen man zutraute, das Wiki-System kaputt zu machen. Mittlerweile zeigt sich eher, dass es die Spamschutz-Regeln sind, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung behindern, weil sie die Partizipation an der Wikipedia sehr erschweren. Zwei Punkte will ich dabei mal zur Diskussion stellen, die mir beim Verfolgen der Debatte aufgefallen sind.

Relevanz

Relevanzkriterien werden derzeit auch in der Wikipedia recht eng ausgelegt. Das mag für eine Enzyklopädie in Buchform recht sinnvoll sein, weil der Platz beschränkt  ist. Möchte man nicht den Band 67 veröffentlichen muss vorab ausgewählt werden, was an Inhalten vertreten sein darf oder nicht.

Für die Wikipedia gilt dieses Argument nicht. Ein Artikel mehr (oder 1000 Artikel mehr) machen kaum einen Unterschied – auch nicht wenn sie nur zu Seitenthemen geschrieben werden. Sie bringen aber einen deutlichen Mehrwert, wenn doch mal einer nach dem Thema sucht. Auch wenn es nur ein oder zwei Leute im Monat sind – der Mehrwert ist da. Natürlich soll das nicht bedeuten, dass Alles in die Wikipedia aufgenommen werden darf – eine etwas weitere Auslegung von Relevanz könnte hier aber trotzdem nicht schaden.

Das würde auch im Hinblick der Nutzung Sinn machen. Am Beispiel MOGIS: Ein User liest auf einen Beitrag in dem MOGIS erwähnt wird und will mehr Informationen darüber haben. Derzeit gibt es da nur einen Worpdpress-Blog, der aber eher wenig Hintergrundinformationen gibt. Die Wikipedia könnte da eine Anlaufstelle sein, auch wenn der Verein vielleicht gar kein Verein im Sinne des Vereinsrechts ist usw. Das wäre dann wirklich eine Enzyklopädie für das 21.Jahrtausend und nicht nur ein Brockhaus in digitaler Form.

UPDATE: einen schönen (und langen) Artikel zum Thema Relevanz in der Wikipedia gibt es hier.

Mitarbeit

Ich weiß nicht ob es wirklich ein typischer deutscher Punkt ist, aber ich habe den Eindruck, dass wir uns gerne mit Regeln totschlagen und selbst das Leben schwer machen. Ein normaler User der nur mal schnell Inhalte in der Wikipedia nachbessern will, hat es ohnehin schon schwer mit der Syntax zurechtzukommen. Daneben muss er sich aber mittlerweile auch an eine ganze Reihe formaler Kriterien halten (die teilweise durchaus ihre Berechtigung haben), tut er dies nicht wird seine Änderung häufig zurückgesetzt. Es wird nur selten geschaut ob man zum Beispiel selbst Quellen für bestimmte  Äußerungen findet, häufiger kommt es vor, dass zurückgesetzt wird statt die Änderung zu verbessern.

Das nervt den User der mithelfen will und sorgt dafür, dass Artikel auf einem Minimalkonsens verbleiben. Insbesondere Fachleute (deren zeit ohnehin schon knapp genug ist, auch ohne Edit-Wars) werden so verschreckt.

UPDATE 2: Vielleicht zum Abschluss noch ein Zitat das ich in der letzten Zeit in Zusammenhang mit der SPD gelesen hatte: „Es war nicht alles schlecht in der Wikipedia.“

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