Dicker Fehlbetrag: Sind die Deutschen-Wirtschafts-Nachrichten am Ende?


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Dicker Fehlbetrag: Sind die Deutschen-Wirtschafts-Nachrichten am Ende? – Zugegeben eine sehr reißerische Überschrift zu diesem Thema, aber sie passt zumindest stilistisch recht gut zu den Inhalten der Seite. Derzeit gibt es mehrere Artikel und Videos zu den Hintergründen der Deutschen Wirtschaftsnachrichten in denen unter anderem auch darauf hin gewiesen wurde dass „der Erfolgt der Seite recht gibt“ bzw. gefragt wurde „warum die DWN funktionieren„.

Aus meiner Sicht kann ich sagen: Die DWN funktionieren nicht und sind (nach wirtschaftlichen Kriterien) auch kein Erfolg. Im Gegenteil.

Ein Blick in die Zahlen

Hinter DWN steht die BF Blogform Social Media GmbH. Wie alle Kapitalgesellschaften unterliegt auch diese den Veröffentlichungspflichten im Bundesanzeiger. Die Geschäftsberichte müssen dort hinterlegt werden, inklusive den Bilanzen. Man kann den wirtschaftlichen Erfolg dort ziemlich gut ablesen.

Die erste Veröffentlichung der GmbH stammt aus dem Geschäftsjahr 2006, der letzte Bericht wurde 2013 veröffentlicht mit den Zahlen für 2011. Für das Geschäftsjahr 2011 wurde darin ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 120.018 Euro ausgewiesen. Die gesamte Bilanzsumme beträgt dabei lediglich knapp 350.000 Euro. Die Umsatzerlöse für dieses Jahr werden mit 353.000 Euro angegeben. Die DWN haben es also geschafft bei einem Umsatz von 350.000 Euro ein Minus von 120.000 Euro zu erwirtschaften. Dazu kommt ein Fehlbetrag aus früheren Jahren von etwa 137.000 Euro (Verlustvortrag). Bei einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro ist das eine richtig große Summe. Der größte Teil der Verbindlichkeiten besteht dabei gegenüber Gesellschaftern. Der Vermerk in der Bilanz liest sich so (inklusive Rechtschreibfehler):

Von den Verbindlichkeiten entfallen EUR 324.888 auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellscahftern.

Wie kritisch die Lage 2011 war zeigt folgender Hinweis aus der Bilanz (ebenfalls inklusive Rechtschreibfehlern):

Zur Vermeidung der Überschuldung der BF Blogform Social Media GmbH erklärte Herr Dr. Michael Maier im eigenem Namen sowie in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der BF Blogform Verlagsgesellschaft mbH, dass seine Forderungen i.H.v. 197.331 EUR und die der genannten Firma i.H.v. 124.948,62 EUR im Rang zurück tretten. Diese Forderungen sollen erst nach Befriedigung aller gegenwärtigen und zukünftigen Ansprüche anderer im Rang vorhergehenden Gläubigern der BF Blogform Social Media GmbH berücksichtigt werden.

Ohne diese Rücktritt der Forderungen hätte die Überschuldung unter Umständen zu einer Insolvenz geführt.

An dieser Stelle kann man sich auch fragen, wo die aktuellen zahlen bleiben. In den letzten 4 Jahren wurden die Geschäftsberichte immer Mitte des übernächsten Geschäftsjahres veröffentlicht. 2014 dagegen gibt es noch keine Veröffentlichung der Zahlen von 2014. Das kann durchaus unkritische Gründe haben, könnte aber auch darauf hin deuten, dass es Schwierigkeiten bei der Erstellung der Bilanz gibt, weil diese eine zu starke Überschuldung ausweisen würde und man gerade nach Lösungen sucht um auch für dieses Geschäftsjahr eine Überschuldung zu vermeiden. Das lässt sich von außen aber kaum beurteilen.

Prinzipiell sehen die DWN damit nach einem teuren Hobby aus. Um genau zu sein, nach einem sehr teuren Hobby. Von der Verbreitung der Nachrichten her mag die Geschichte ein Erfolg sein, wirtschaftlich gesehen ist es aber ein Projekt mit vielen Schulden und einem dicken Minus am Jahresende.

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2 Kommentare zu "Dicker Fehlbetrag: Sind die Deutschen-Wirtschafts-Nachrichten am Ende?"

  1. Höre ich da etwa Neid raus, oder was soll der Beitrag?
    Die News sind erstklassig, was man von deinen Blog ja nicht sagen kann.

    Kümmer dich doch lieber um deine eigenen Zahlen als bei andern den Splitter im Auge zu suchen.

  2. Bastian Ebert | Oktober 12, 2014 um 20:00 |

    Warum sollte jemand auf Verluste und Fehlbeträge neidisch sein? So schlechte Zahlen und die Gratwanderung zur Insolvenz sind auch kein Splitter sondern bereits ein ziemlich dicker Balken.

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