Yahoo: Hoch gepokert und verloren


Die Kooperation von Yahoo und Google ist geplatzt bzw. an den Bedenken von Google hinsichtlich der rechtlichen Probleme gescheitert. Im Google Blog hat man es folgendermaßen formuliert:

However, after four months of review, including discussions of various possible changes to the agreement, it’s clear that government regulators and some advertisers continue to have concerns about the agreement. Pressing ahead risked not only a protracted legal battle but also damage to relationships with valued partners. That wouldn’t have been in the long-term interests of Google or our users, so we have decided to end the agreement.

Die deutschen Version kann man bei Golem nachlesen.

Dieser Rückzug scheint insbesondere für Yahoo ein größere Problem zu sein, denn die Millionen Einnahmen aus der Partnerschaft scheint das Unternehmen dringend zu brauchen. Vor diesem Hintergrund setzte Yahoo sogar auf den alten Feind Microsoft den man Anfang bis Mitte 2008 noch vehement bekämpft hatte.

In Spiegel online wird Yahoo Chef Jerry Yang wie folgt zitiert:

„Das Beste, was Microsoft heute tun kann, ist, Yahoo zu kaufen“, sagte Yang am Mittwoch auf einer Konferenz in San Francisco. Der Verwaltungsrat von Yahoo sei jetzt „offen für alles“, versicherte Yang.

Die aktuelle Notlage könnte Yahoo tatsächlich zu einem willfährigen Übernahmekandidaten machen und – was noch schlimmer ist – die Probleme dürften einen Einstieg recht günstig werden lassen – im Endeffekt also weniger Geld für Yahoo.

Microsoft hatte im Laufe des Jahres bis zu 33 Dollar pro Aktie geboten. Es ist zu erwarten, dass ein neuerliches Gebot deutlich unter diesem Wert liegen dürfte. Falls Yahoo nicht akzeptiert braucht Microsoft nur etwas abzuwarten bis die Not noch größer wird – Yahoo scheint sich derzeit eine Ablehnung auch eines schlechten Angebotes nicht leisten zu können.

Dazu arbeitet die Finanzkrise gegen Yahoo. Aktuell dümpelt die Unternehmensaktie bei um die 14 Dollar. Aus den einstigen 47.5 Milliarden Dollar Unternehmenswert sind somit gerade mal 20 Milliarden Dollar geworden – viel günstiger kann Microsoft einen Einstieg kaum bekommen. Bedenkt man zudem, dass Yahoo einen Kaufpreis von über 50 Milliarden Euro gefordert hat bleibt nach dem Scheitern der Kooperation ein Minus von um die 20-25 Milliarden Euro, wenn Microsoft jetzt zum Dumpingpreis zugreift. Jerry Yang wird sich damit sicher einige kritische Nachfragen einhandeln, ob die Übernahmeschlacht im Sommer wirklich so gut war …

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3 Kommentare zu "Yahoo: Hoch gepokert und verloren"

  1. Hallo,

    ich denke das ist nur eine Frage der zeit bis sich Microsoft Yahoo einverleiben wird. Zeitzeit stehen die Chancen wahrlich wunderbar für MS. Bin mal gespannt was das im Laufe der nächsten Wochen gibt. 🙂

    Grüße, Andi

  2. Ich will ja nicht sagen, daß es ich es nicht gesagt hätte, aber… Habe ich es nicht gesagt?! 😉

  3. Der eigentliche verlierer dabei ist eventuell sogar Google. Denn jetzt kann Microsoft seinen Plan, einen größeren Teil vom Internetkuchen als bisher abzugrasen, sehr viel günstiger realisieren, als noch vor ein paar Monaten.

    Hier hat sich wohl in erster Linie Google verkalkuliert 🙂

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