Subdomain oder Verzeichnis – Vorteile und Nachteile


Subdomain oder Verzeichnis - Vorteile und Nachteile, 7.0 out of 10 based on 3 ratings

Wer die eigene Webseite mit einem neuen Bereich erweitern will oder thematisch etwas vom Hauptcontent abweichen möchte steht häufig vor dem Problem, wie man die neuen Inhalte am besten in die bereits bestehende Struktur der Webseite integriert. Die Frage, die dann häufig gestellt wird: So man dafür lieber eine Subdomain anlegen oder den neuen Inhalt besser in einem neuen Verzeichnis unterbringen? Insbesondere im SEO-Bereich reduziert sich die Frage häufig auch aufs Ranking: Was rankt besser, ein Verzeichnis oder eine Subdomain?

Subdomain oder Verzeichnis: Die Unterschiede

Google behandelt schon seit einigen Jahren Subdomains und Verzeichnisse fast gleich. Einige Unterschiede gibt es jedoch noch.

Subdomains haben gegenüber Verzeichnissen den Vorteil, dass in den Serps mehr Ergebnisse für eine Such-Query angezeigt werden können. Normalerweise (Sitelinks mal ausgenommen) werden pro Domain maximal 2 Seiten als Suchergebnisse angezeigt. Diese Begrenzung kann mit Subdomains aufgehoben werden, glaubt man Matt Cutts kann man so Suchtreffer im einstelligen Bereich erreichen. Die Zeiten von mehreren hundert Treffern für eine Domain sollten aber vorbei sein.

Dazu gibt es zwischen der Domain und der Subdomain eine Unterschied bei der Behandlung von Abstrafungen und Filtern. Eine Penalty für die Subdomain muss nicht zwangsläufig die Hauptdomain mit beeinflussen. Umgekehrt bedeutet einen Abstrafung der Hautdomain aber immer auch einen entsprechenden Effekt auf die Subdomain. Diese Trennung ist praktisch für Webmaster die mehr oder weniger problematische Inhalte wie Artikelverzeichnisse oder Web-Kataloge zu ihren Projekten hinzufügen wollen. Auf einer Subdomain würden eventuelle Penaltys gegen diese Projekte nicht die Hauptdomain beeinflussen.

Subdomains und das Ranking

Im Bereich der Suchergebnisse und der Power- bzw. PR-Vererbung verhalten sich Subdomains und Verzeichnisse identisch. Trust von der Hauptdomain wird nicht automatisch vererbt sondern nur, wenn entsprechende Links gesetzt sind. Die Seiten in Subdomains und Verzeichnissen benötigen damit eigene Backlinks um zu ranken, einen Automatismus in diesem Bereich gibt es nicht.

Damit haben gerade in diesem Bereich weder Verzeichnisse noch Subdomains einen Vorteil – vom Ranking her ist es damit unerheblich für welche Variante man sich entscheidet.

Power, Trust und Authority

Für die Linkpower der Hauptseite sind Verzeichnisse am Besten. Links die auf eine Subdomain zielen, erhöhen nicht die Power oder den Trust der Hauptseite sondern werden extra gewertet. Ein Link auf example.example.com würde nicht als Backlink für example.com gezählt.

Das Handling

Für Webmaster sind Verzeichnisse in der Regel einfacher zu verwalten. Subdomains müssen meistens im System angemeldet werden, während ein neues Verzeichnis einfach per FTP erstellt werden kann.

Dafür gibt es bei Subdomains eine Vorteil bei weiterführenden Maßnahmen. So lässt sich eine eigenständige Sitemap für eine Subdomain einfacher erstellen und auch die Steuerung per .htaccess und mod-rewrite geht auf einer Subdomain einfacher da hier die Anweisungen in der .htaccess-Datei der Hauptdomain überhaupt keine Rolle spielen.

Für größere Projekte könnte eine Rolle spielen, dass in vielen Fällen eine Subdomain einfach auf einen anderen Server ausgelagert werden kann (durch die entsprechenden Name-Server Einträge). Für ein Verzeichnis ist eine solche Auslagerung deutlich schwieriger zu bewerkstelligen.

Die Entscheidung für ein Verzeichnis oder eine Subdomain ist damit sicher nicht einfacher geworden. Klare schlagende Vorteile für oder gegen eine Vorgehensweise gibt es nicht, insbesondere da im relevanten Rankingbereich keine Unterschiede bestehen. Insofern würde ich es auch an dieser Stelle mit Matt Cutts halten:

My personal preference on subdomains vs. subdirectories is that I usually prefer the convenience of subdirectories for most of my content. A subdomain can be useful to separate out content that is completely different.

Je weiter der neue Content vom Inhalt der ursprünglichen Seite entfernt ist desto eher eine Subdomain, passt der Content dagegen gut zum Inhalt dann lieber in einem Verzeichnis unterbringen.

Subdomains als Heilmittel

Ein kleiner Punkt noch zum Schluss: Subdomains können in einigen Fällen (beispielweise Panda-Penalties) helfen, den alten Status wieder herzustellen. Bei Searchmetrics gibt es dazu einen kleinen Artikel der so eine Vorgehensweise beschreibt und man konnte damit gute Resultate erzielen.

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22 Kommentare zu "Subdomain oder Verzeichnis – Vorteile und Nachteile"

  1. Zu dieser Thematik noch ein sehr interessantes WP-Plugin:

    http://webdev.casualgenius.com/projects/wordpress-subdomains

    – Kategorien als Subdomains
    – Individuelle Themes in den Kategorien

  2. Hallo, ich bin über Ayom auf diesen Blog aufmerksam geworden. Der Artikel hier spiegelt in etwa auch meine Erfahrungen bezüglich Subdomains wieder.

  3. Vielen Dank fpür die Info. Ich beschäftige mich mit Waseraufbereitung und Wasserenthärtung und bin , was SEO angeht ein absoluter Noob.

    Ihre ausführungen haben mir sehr geholfen.

    LG

    Torsten

  4. wenn du so ein autodidakt bist, wieso hast du dir das dann nicht selbst beigebracht 😉

  5. Hallo !

    Schöner Artikel.Wir haben überlegt für unser Portal http://www.browsergame-ranking.de , welches momentan relauncht wird, mit Subdomains zu arbeiten. In der Form

    spiel.domain.de
    spiel_2.domain.de

    Wir haben uns erhofft, so das Ranking zu verbessern. Jedoch ist dies mit mehr Aufwand verbunden, wir werden daher auf auf diese Methode verzichten. Danke für diesen Artikel !

  6. Wenn ich bei mir Sub-Domains anlege, 4 bis 5, dann werden meine Backlinks gleich um ca. 100 weniger (Hauptdomain). Wenn ich die Sub-Domains wieder per 301 auf die Hauptdomain umleite, dann sind die BL wieder alle da.

  7. Interessanter Artikel!
    Hab mich eben über dieses Thema informiert und du hast mir damit sehr weitergeholfen.
    LG
    DANKE

  8. Fussball Blogger | August 12, 2010 um 11:50 |

    Wir haben uns ebenfalls für die Subdomain Variante entschieden (http:// livestream.blog-fussball.de).

    Leider haben wir irgendwie Komplikationen mit der Sitemap. Sie wird für die SubDomain zwar erstellt, allerdings sind die URLs nicht im Web-Index.

    Ausserdem tauchen bei der Google Site Abfrage, wenn man nach die Hauptdomain abfragt, auch die Subdomain URLs (zumindest die Startseite), auf.

    Vielleicht kann mir da irgendjemand Auskunft geben, besten Dank.

  9. Ich denke das Verzeichnisse einfacher zu verwalten sind und SEO mäßig keinen Unterschied machen. Daher bleibe ich bei den Verzeichnissen. Gute Übersicht.

  10. Wenn die Subdomain trust von der Hauptdomain erbt, wie ist das anders herum?
    Wird dir Hauptdomain durch eine stark frequentierte Subdomain stärker?
    Bei Verzeichnissen habe ich fest gestellt das die Hauptdomain davon profitiert.

  11. wie sieht das mit reziproker verlinkung aus, kann ich das über subdomains verhindern? bsp: ich bekomme nen link von schwitzen.de auf meine iontophorese.de, linke ich direkt zurück habe ich ja ne reziproke verlinkung (eins zu eins linktausch). like ich von schwitzen.iontophorese.de zurück, hab ich dann auch diesen zustand?

  12. Fritzsche | Februar 5, 2011 um 13:21 |

    Hier ist ein entscheidender Punkt vergessen worden! Ein großer Vorteil auf für Subdomains kann genutzt werden um Bilder, Videos oder Skripte auszulagen, was sich wiederum auf den Page Speed auswirkt.

  13. Videospiele | März 21, 2011 um 10:56 |

    Ich denke gerade der letzte Kommentar bezüglich der Auslagerung von Multimedia-Traffic bzw. Content lässt sich via Subdomain gut lösen. Man findet immer wieder viele falsche Hinweise im Netz. Dieser Artikel hat es endlich mal auf den Punkt gebracht. Danke!

  14. Indien-Schmuckkunst | Juni 22, 2011 um 14:21 |

    Dnake für diese Gegenüberstellung – in unserer Shopsoftware sind 100 Subdomains inkludiert – wenn ich sie habe dann will ich sie auch verwenden -> aber nach dem Studium ihres Artikel lass ich das wieder bleiben – scheint ja nichts zu bringen – Danke

  15. Ich für meinen Teil setze immer mehr auf Subdomains denn ich habe das Gefühl das es meine Leser in den Serps lieber sehen wenn der gesuchte Begriff vorn in der Adresse Steht und nicht erst nach 20 Kilometern URLtext.

  16. Danke, ich hatte nie verstanden, was eine Sub-Domain eigentlich soll :) Werde es wohl zur trennung von verschiedenen Sprachen nutzten bei meinem naechsten Blog.

  17. Ich habe Blogs und Seiten auf Subdomains aufgebaut die jetzt besser sind als die Hauptdomain!

    Was noch zu bedenken ist das ein eventueller Verkauf zu einer späteren Zeit eine Subdomain alle Backlinks verliert, den die Subdomain kann nur mit der Hauptdomain abgegeben werden…

    Also wenn man später mal auf ein Verkauf hinarbeitet, lieber ein Verzeichnis erstellen, auf der hauptdomain oder gleich eine eigene Domain nehmen…

  18. Juwelier-Blog | Januar 15, 2012 um 9:46 |

    Dein Artikel ist datiert mit 11.1.2012 und der erste Kommentar ist vom 2.3.2009 – wie machst du das? Liegt das am Theme oder hast du dafür ein Plugin (promote old posts)? Habe in meinem Blog seit dem Update auf 3.2.1 ein ganz ähnliches Phänomen, aber ehrlich gesagt nicht bewusst so eingestellt. Oder habe ich da was übersehen?

  19. Der erste Artikel zu dem Thema ist bereits 2009 erschienen, die aktuelle Überarbeitung ist von 2012. Ich aktualisiere und update die meisten Artikel in unregelmäßigen Abständen, es ändert sich zu den meisten Thema gerade im Bereich SEO doch einiges mit der Zeit.

  20. Ich finde diesen Artikel sehr informativ. Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass Subdomains gleich zu Verzeichnissen zu betrachten sind, nur mit dem Nachteil der Unhandlichkeit. Subdomains haben aber dann doch auch einen Vorteil bzw. Nutzen der in manchen Fällen schon wichtig sein kann. Und zwar wenn man, wie oben schon beschrieben, einen neuen separaten Bereich testen möchte. Die Idee mit dem Livestream-Bereich als Subdomain finde ich z.B. sehr passend. Sollte Livestream Erfolg haben könnte man diese Idee auf das Verzeichnis /livestream/ umswitchen. Bei weniger Erfolg bzw. einem Penalty einfach von der Liste streichen.

  21. Mats Hummel | Mai 22, 2012 um 10:04 |

    sehr schöner Artikel, der meine Frage bestmöglich beantwortet hat. Werde mich für einen Handballblog im Subverzeichnis entscheiden, da themennah!

  22. Sebastian | Mai 31, 2012 um 10:16 |

    Ich bin gerade dabei, den OnlineShop eines Bekannten etwas SEO-fit zu machen. Für einen Shop ist ein Blog die beste Möglichkeit, neuen und aktuellen Content unterzubringen. Das Problem ist nur, dass er sich für ein ePages Shopsystem entschieden hat, das Blogs nur per Subdomain einbinden kann.

    Du schreibst oben, dass Backlinks der Subdomain keine Power für die Hauptdomain bringen. Somit ist der Blog per Subdomain eigentlich nutzlos. Denn selbst wenn man einen schlauen nützlichen Artikel schreibt, der dann von außen verlinkt wird, wird der Shop (die Hauptdomain) nicht davon profitieren.
    Also wozu überhaupt einen Blog per Subdomain? Ich würde immer ein Verzeichnis bevorzugen (zumindest in diesem Fall!).
    Oder hat jemand eine andere Anregung für mich? Wäre sehr dankbar.

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