WordPress schneller machen (4) – HTTP/2 aktivieren und mehr Daten gleichzeitig übertragen


Hinweis zum Start: Die meisten der hier gezeigten Einstellungen und Änderungen bergen kaum ein Risiko eines Datenverlusts, allerdings ist es in jedem Fall sinnvoll, vor Änderungen am Server ein Backup zu ziehen und dieses auch lokal abzuspeichern um im Falle eines Falles immer auf den neusten Stand der Daten zurück greifen zu können.

Die Speed-Artikel rund um WordPress:


WordPress schneller machen – HTTP/2 aktivieren und mehr Daten gleichzeitig übertragen – HTTP/2 ist ein neues Protokoll für die Versendung von Daten im Internet bzw. für den Datenaustausch im Netz. Stark vereinfach kann man sagen, dass mit HTTP/2 Daten gleichzeitig übertragen werden können, während es mit älteren Protokollen nur nacheinander möglich war.

In der Wikipedia findet man die Vorteile des Protokolls zusammen gefasst:

  • die Möglichkeit des Zusammenfassens mehrerer Anfragen,
  • weitergehende Datenkompressionsmöglichkeiten,
  • die binär kodierte Übertragung von Inhalten und
  • Server-initiierte Datenübertragungen (push-Verfahren),
  • einzelne Streams lassen sich priorisieren.

Insgesamt wurde HTTP/2 darauf ausgerichtet, die Datenübertragung im Netz zu beschleunigen und auch den Seitenaufbau schneller zu machen. Daher ist es sehr sinnvoll, dass auch der eigene Server diese Technik unterstützt, denn damit kann man Daten sehr viel schneller ausliefern und die aktuellen browser unterstützen an sich alle bereits diese Technik. Aber selbst falls ein Nutzer mit einem älteren Brower kommen sollte, ist das kein Problem. Dieser bekommt keine Fehlermeldung, sondern dann werden die Daten automatisch über ein älteres Protokoll zur Verfügung gestellt. Man verliert also in keinem Fall Nutzer mit älteren Browsern.

HTTP/2 überprüfen und aktivieren

Viele Hoster haben bereits darauf reagiert und bieten das für die eigenen Webspace mit an. Ob HTTP/2 bereits für die eigene Webseite  verfügbar ist und genutzt werden kann, lässt sich sehr einfach abfragen, in dem man die eigene Webseite testet:

Sollte HTTP/2 nicht aktiv sein, kann man selbst aktiv werden und das Protokoll selbst aktivieren. Das ist leider bei Plesk nur teilweise direkt im Menü möglich. Leider bietet Plesk die HTTP/2 Unterstützung auch nicht für alle Systeme an. Konkret schreibt man zu den Voraussetzungen:

Die Unterstützung von HTTP/2 ist für Plesk Kunden ab der Version 12.5.30 Update #28 verfügbar. Die neueste Version von nginx ist erforderlich. Hinweis: HTTP/2 wird nur für SSL-Websites unterstützt. Falls Ihre Website SSL nicht verwendet, wird weiterhin HTTP/1.x eingesetzt.

Wer eine ältere Version von Plesk nutzt, kann also möglicherweise HTTP/2 nicht nutzen. In diesem Fall kann es sich lohnen darüber nachzudenken, ob man den eigenen Server auf eine neuere Version aufrüstet oder aufrüsten lässt. Darüber hinaus muss NGINX auf dem Server installiert und aktiviert sein. Wie das zu machen ist habe ich bereits in einem anderen Artikel ausführlich beschrieben. Für Google Chrome muss dazu noch die ALPN Unterstützung aktiv sein. Das ist bei Plesk leider nur bei folgenden Betriebssystemen (oder neuer) der Fall: CentOS 7, RedHat Enterprise Linux 7, Ubuntu 14.04, Ubuntu 16.04 und Debian 8. Auch hier gilt wieder: wer noch mit älteren Versionen arbeitet, sollte auf jeden Fall über ein Update nachdenken.

So aktiviert man HTTP/2

Zuerst sollte man auf dem Server prüfen ob NGINX vorhanden ist. Das ist die Voraussetzung dafür, dass man derzeit unter Plesk HTTP/2 nutzen kann. NGINX muss dabei sowohl als Plesk Komponente installiert  und auch als Dienst aktiviert sein. Die kann man wei folgt prüfen:

  • Einstellungen => Server Komponenten => dort nach NGINX suchen
  • Einstellungen => Server Dienste => Reverse-Proxy-Server (nginx) muss aktiviert sein (der grüne Pfeil darf nicht da bzw. ausgegraut sein)

Ist beides vorhanden kann man über die Konsole HTTP/2 aktivieren. Dazu loggt man sich ein und führt mit Root-Rechten folgenden Befehl aus:

plesk bin http2_pref enable

Danach sollte eine Meldung kommen, das HTTP/2 nun aktiv ist und genutzt werden kann. Sollte eine Fehlermeldung kommen, wird dort meistens auch direkt mitgeteilt, warum HTTP/2 nicht aktiviert werden konnte. Dann kann man die entsprechenden Einstellungen nachholen.

Bei dauerhaften Probleme schreibt PLESK auch noch:

Wenn Ihre Website nach der Aktivierung von HTTP/2 in manchen Browsern nicht funktioniert, bedeutet dies, dass Sie nicht über die notwendige Verschlüsselung und die Protokolle für die Unterstützung von HTTP/2 verfügen. Verwenden Sie das Dienstprogramm sslmng von Plesk, um verfügbare Protokolle und TLS-Verschlüsselungslisten einzurichten, nachdem Sie HTTP/2 aktiviert haben. Wenn Sie zum Beispiel genau die gleiche Verschlüsselungsliste wie Plesk verwenden möchten, geben Sie den folgenden Befehl ein:

#plesk
sbin sslmng --services=nginx --custom
--ciphers="EECDH+AESGCM+AES128:EECDH+AESGCM+AES256:EECDH+CHACHA20:EDH+AESGCM+AES128:EDH+AESGCM+AES256:EDH+CHACHA20"
--protocols="TLSv1 TLSv1.1 TLSv1.2"

Die Konfiguration wird in der Datei /etc/nginx/conf.d/ssl.conf gespeichert. Diese Datei sollte nicht manuell bearbeitet werden.

Bisher hatte ich aber nach der eigenen Erfahrung auf keinem System Probleme http/2 zum Laufen zu bekommen. Es ist aber in jedem Fall sinnvoll, den Server nach der Einrichtung nochmal neu zu starten um sicher zu gehen, dass auch alle neuen Einstellungen korrekt übernommen wurden.

HTTP/2 auf anderen Systemen nutzen

HTTP/2 ist natürlich kein System, das man nur unter Plesk einsetzen kann, sondern es steht für eine ganze Reihe von Systemen zur Verfügung. Ich habe mich an dieser Stelle hier (wie auch bei den anderen Optimierungs-Tipps) auf Plesk konzentriert, aber im Internet gibt es eine ganze Reihe von Ratgebern und Tutorials, bei denen man sehr gut nachlesen kann, wie man HTPP/2 auch auf anderen Systemen aktiviert:

Falls jemand noch anderen hilfreiche Artikel zu diesem (doch recht neuen) Thema kennt, kann diese gerne in den Kommentaren mit erwähnen, ich baue sie dann noch hier mit ein.

Video: HTTP/2 erklärt (in englisch)

Die Speed-Artikel rund um WordPress:

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