Gewinnspiele statt Sales


In letzter Zeit ist mir verstärkt ein Trend aufgefallen, der insbesondere bei den größeren Netzwerken immer beliebter zu werden scheint: Merchants fahren neben ihren normalen Affiliate-Aktivitäten Gewinnspiel Kampagnen auf Affiliate Basis. Ziel ist es hier nicht, das Produkt des Merchants zu vermarkten sondern einen Kundenkontakt zu vermitteln. Die Preise unterscheiden sich dabei auch erheblich: Statt den (je nach Programm) mehr oder weniger hohen Sale-Konditionen gibt es nur die Vergütung pro Kontakt die meistens im Bereich um einen Euro liegt.

Dabei geht es hier nicht um die bekannten Gewinnspieldienste die teilweise mit kreativen Methoden versuchen Kundenadressen zu bekommen. Es geht um gestandene Marken in Deutschland, die (wahrscheinlich auch aus Gründen der Brand-Stärkung) reichweitenstarke Gewinnspiel Kampagnen starten. Die datenschutzrechtlichen Vorgaben sind dabei alle erfüllt. Aus Seriositätsgründen würde eigentlich nichts gegen eine Einbindung sprechen, trotzdem bin ich bei solchen Kampagnen immer skeptisch.

Trend zur Kosteneinsparung

Aus Merchant-Sicht scheint die Sache klar: Man spart die Provision für einen Sale ein wenn man stattdessen lieber den Kontakt einkauft und sich so eine Datenbank mit interessierten Kunden aufbaut die man dann selbst mit Produkten versorgen kann, ohne eine Affiliate-Partner einschalten zu müssen. Die Provisionen für einen Kontakt Lead liegen meist im Bereich von weniger als 10 Prozent eines Sales im gleichen Bereich. Je höher ein Sale vergütet wird, desto weiter klafft diese Schere auseinander und desto attraktiver wird die Vermarktung über das Gewinnspiel.

Als Affiliate stehe ich der Sache eher kritisch gegenüber. Natürlich kann man schnell ein paar Euro extra machen in dem man neben dem normalen Produkt auch das Gewinnspiel bewirbt. Andererseits stelle ich mir dann immer die Frage inwieweit ein so vermittelter Kunde dann noch über mich als Affiliate Partner einen Abschluss machen wird. Tauscht man auf diese Art eventuell einen guten Kunden für eine Provision um einen Euro ein? Leider habe ich keine Studien gefunden die hier mal ein wenig Transparenz bringen könnten. Gerade im Zuge der „Last Cookie Wins“-Debatte halte ich es aber für durchaus plausibel, dass mit günstig verkauften Kontakten auch Leads verloren gehen könnten.

Kostenlose Produkte

Zwar kein Gewinnspiel aber doch auch interessant in diesem Zusammenhang: Anbieter die kostenlose Produkte Anbieten wie etwa O2. Hier werden bereits seit Monaten immer wieder O2 Freikarten Aktionen gefahren. Diese vermarkten sich natürlich deutlich leichter als andere Mobilfunkprodukte, einfach weil die Einstiegshürden durch den fehlenden Kaufpreis wesentlich geringer sind. Leider sind auch die Provisionen für solche Produkte niedriger und aus Affiliate Sicht stellt sich die Frage inwieweit man Kunden die für wenig Provision eine Freikarte nehmen eventuell verloren sind für andere ANgebote mit höheren Provisionen. Lohnt es sich also als Affiliate solche Produkte zu bewerben oder schadet man sich langfristig damit?

Letztendlich ist die Frage rein akademisch, denn es gibt derzeit kaum Erkenntnisse dazu. Und auch wenn man sich entscheidet lieber auf solche Angebote zu verzichten: die Konkurrenz schläft nicht und wenn der Kunde auf der eigene Seite keine solchen Produkte findet, dann nutzt er eben die Affiliate Links eines Mitbewerbers und erhöht dessen Provisionskonto.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/10 (0 Bewertungen abgegeben)

Kommentar hinterlassen on "Gewinnspiele statt Sales"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*