Amazon: Weniger verdienen mit dem neuen Werbekostenerstattungsmodell?


Amazon passt zum 1.Mai die Werbekostenerstattungen für Affiliates an und führt einige Änderungen ein, die Partnern wohl gar nicht so gut gefallen werden. Auch wenn es sich anfangs gar nicht so schlecht liest:

Eines der wesentlichen Ziele dieses neuen Werbekostenerstattungsmodells ist es, unseren Partnern die Maximierung ihrer Vergütungen zu ermöglichen. Dabei wollen wir insbesondere erfolgreichen Partnern neue Anreize bieten, auch in Zukunft so viele Verkäufe wie möglich für Amazon.de zu generieren.

Ein erfolgreicher Partner scheint man bei Amazon erst ab einer gewissen Anzahl an Sales zu sein, um genau zu sein erst am monatliche 3001 Sales. Bislang konnt man bei Direktverlinkung nämlich 7.5 Prozent Provision bekommen (5 Provision Grundprovision + 2.5 Prozent Provision für Deeplinks). Dieser Wert ist im neuen Modell erst ab 3001 Sales möglich. Wer mehr bekommen will braucht 10.001 (für 8 Proeztn Erstattung) bzw. mehr als 30.001 Sales (9 Prozent Erstattung). Der größte Teil der Affiliates dürfte daher wohl mit dem neuen Modell schlechter fahren – wirklich gut verdienen werden nur die Top-Affiliates.

Negativ ist auch, dass die Deckelung auf maximal 10 Euro Provision pro Artikel ausgedehnt wurde. Die Obergrenze gilt nun für fast das gesamte Sortiment, ausgenommen sind lediglich Bücher, DVD, Musik und MP3-Downloads. Wobei man sich bei den Downloads schon fragt was die Ausnahme hier soll. Es ist nicht zu erwarten, dass Musikstücke (die Deckelung gilt ja pro Artikel) im Wert von über 100 Euro angeboten werden. Auch bei den DVDs dürfte man nur selten in einen Bereich von mehr als 10 Euro Provision kommen.

Positiv sind die neuen 10 Prozent Provision für MP3 Downloads. Nach den Erfahrungen mit der Anpassung der Provisionen steht aber zu befürchten dass auch diese 10 Prozent nach einem gewissen Promotionzeitraum nach unten korrgiert werden oder nur noch den Top-Publishern vorbehalten bleiben.

Mit dem neuen Werbekostenerstattungsmodell gehen auch einige Änderungen in den AGB einher. So darf ab 1.Mai pro Publisher nur noch ein Konto vorhanden sein und SEM-Tätigkeit muss zwingend angegeben werden. Daneben werden alle Partner nach Tätigkeit in verschiedene Geschäftsfelder eingeteilt (zum Beispiel Contentseiten, Preisvergleich, Blog usw.). Interessant wird es für die Betreiber mehrerer verschiedener Webseiten. Da sie nur einen Account haben dürfen müssen sie sich wohl entscheiden auf welcher Seite die Werbemittel platziert werden.

Dazu wurde jetzt definiert, dass es pro Besucher keine Cookie-Sessions gibt (bzw maximal mit 24 Stunden Laufzeit).

Insgesamt also haben sich die Bedinungen im Partnerprogramm für kleiner Publisher eher verschlechtert. Insbesondere höherpreisige Produkte lohnen sich kaum noch. Die entsprechende Vergütung ist bei anderen Anbieter (da ohne Deckelung) attraktiver.

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9 Kommentare zu "Amazon: Weniger verdienen mit dem neuen Werbekostenerstattungsmodell?"

  1. Welche Alternativen zu Amazon gibt es denn? Die Bertelsmann / Arvatotöchter sind doch wohl nicht gemeint oder?

  2. Kommt auf den Bereich an – gerade was Elektronik etc. betrifft gibt es ja eine Reihe Anbieter.

  3. Ist doch überall so….die Kleinen zahlen für die Großen. Irgendwo muss ja gespart werden und im Zweifelsfall immer bei denen, die sich eh nicht wehren. Warum sollte es Amazon da anders machen?

    Bezüglich der Accounts…tja je unflexibler das wird….desto unattraktiver….je unattraktiver desto weniger geht dessen Rechnung auf.

  4. Nur die Kleinen? Tja, wenn’s mal so wäre – hier profitiert nur Amazon auch die großen ab 3001 Verkäufen müssen hier bluten, wenn sie zuvor Deeplinks eingesetzt haben (und wer hat sein Geschäftsmodell nicht danach ausgerichtet, um zumindest anteilig die 2,5% einzustreichen)?

    Bei uns macht das mind. 20% des Umsatzes über Amazon aus und wir werden uns strategisch ganz sicher umsehen (z. B. Buecher.de mit einer Staffelung von 7% bis 11% (bei bereits 501 vermittelten Verkäufen (und nicht erst bei 30.001)).

    Da hat wohl wieder ein Monopolist angesichts der neuesten Umsatzzahlen überlegt, wie viel er noch herauspressen kann … wer würde wohl nicht den Hebel umstellen, wenn er einfach mehr verdienen kann??

  5. ich habe fast ausschließlich per deeplinks beworben. Werde mich nun nach anderen Partnern umschauen.

  6. Deeplinks sind im Grunde der einzige vernünftige Grund, weshalb ich das Amazon-Partnerprogramm überhaupt einsetze (z.B. Empfehlungen in Blogs und Foren). Wenn nun die zusätzlichen 2,5% wegfallen, bleiben zwar immernoch 5%. Doch so langsam sinkt die Motivation, hier noch aktiv zu werden. So viel springt dabei nun auch wieder nicht heraus!

    Vielleicht verursachen die vielen „Kleinen“ ja auch zu hohe Verwaltungskosten und Amazon versucht diese vorsichtig zu vergraulen – macht einfach die Milch sauer 😉

  7. Egalverdammt | September 17, 2010 um 14:02 |

    Es ist unglaublich – wir betreiben einen eigenen Shop mit eigenen Produkten und haben diesen mit Amazon Produkten angereichert. Dabei lag der Fokus klar auf hochpreisigen Produkten über 1000 Euro Einkaufswert. Nachdem ich jetzt mal die Statistik etwas genauer angeschaut habe – habe ich bspw. eine Provision in Höhe von 2,86% gefunden – also 10 Euro Ausschüttung. Erst jetzt habe ich dies festgestellt. Damit werde ich mich jetzt auf die Suche nach Alternativen machen. Überall verspricht Amazon 5-10% außer vielleicht im Kleingedruckten … und dann nur 2,86% ausschütten?! No go! Werde das jetzt gnadenlos ersetzen oder ganz raus nehmen.

  8. Habe gerade Ihren obigen Post „Amazon: Weniger verdienen mit dem neuen Werbekostenerstattungsmodell?“ gelesen und habe eine kleine Frage:
    Ich habe mich neu beim Amazon-Partnerprogramm registriert und sehe nun erste durch mich vermittelte Verkäufe – allerdings werden keine Werbekostenerstattungsbeträge angezeigt. Wie lange dauert das denn normalerweise bis die Beträge angezeigt werden?

  9. Marcus R. | Juli 19, 2011 um 10:08 |

    sicher ist das eine shei….. Aktion von Amazon gewesen. Und diese hat vor allem die kleinen Affiliates getroffen. Mich hat das über 70% Einbussen gekosten, da ich hauptsächlich hochpreisige Artikel vermarkte. Aus diesem Grund baue ich nur noch Englisch sprachige Affiliate Seiten mit amazon.com, da bekomme ich dann auch meine 30 und mehr Dollar pro Verkauf 🙂 Und der US Markt ist auch wesentlich größer als der deutschsprachige!

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